VÖ: 25.10.1988
A-Seite
B-Seite
Die Platte gab es auch als Club-Edition und Clubsonderauflage vom Bertelsmann-Verlag. Der einzige Unterschied ist, dass auf der Rückseite des Covers ein sehr einfacher Aufkleber mit der Aufschrift "Club-Edition" und einer anderen Bestellnummer angebracht ist. Der Rest der Platte dieser Club-Version ist absolut identisch zu Version, die regulär im Handel war.
Beim zweiten Solo-Album von Stephan Remmler merkt man, dass aus den Vollen geschöpft wurde. Alles klingt sehr durchdacht und gut arrangiert. Vieles wurde auch wieder in Brasilien aufgenommen, deutlich z.B. zu hören bei dem Titel "Dass das nicht die große Liebe war war klar (Das sah sie auch so ja ja)". Neues hervorstechendes Instrument bei einigen Titeln ist das Akkordeon, gespielt von Lydie Auvray. Als besonderer Gast sind bei dem Titel "Drei weiße Birrrken (Du bist meine Heimat)" die Status Quo dabei.
Die LP ist in zwei verschiedenen Auflagen erschienen, die sich erheblich unterscheiden. In der ersten Auflage wurden die Texte und Informationen auf die Innenseite der Klapphülle gedruckt. Die zahlreichen Fotos befinden sich auf der Schutzhülle der LP. Bei der zweiten Auflage war es dann genau umgekehrt: Die Fotos findet man auf der Innenseite des Klappcovers und die Texte auf der Schutzhülle. Des weiteren druckte man bei der zweiten Auflage den Hinweis "Aus der Radio- und Fernsehwerbung" auf das Cover.
Der Hund auf dem Cover begleitete übrigens die gesamte Produktion des Albums. Er ist auch (etwas versteckt) in der Fotokollage zu finden. Nach diesem Hund wurde das Album benannt: Lotto.
Während Remmlers erstes Album noch (bis auf einen Song) komplett auf Eigenkompositionen setzte, hat er auf "Lotto" eine ganze Menge Lieder nicht selbst komponiert, sondern nur getexttet:
Das Lied heißt im Original "Bom mesmo é tomar banho" und stammt von dem brasilianischen Künstler Durval Vieira aus dem Jahr 1985. Im Original wird ein kühles Bad besungen. Remmler schrieb für das Lied einen komplett anderen, eigenständigen Text.
Dieses Lied basiert auf dem brsilianischen Lied "Indio Quer Apito". Auch hierfür schrieb Remmler einen eigenständigen Text.
Dieses Lied basiert wahrscheinlich auf der Komposition "Drei weiße Birken" von Paul Lemberg und Peter Kaegbein aus dem Jahr 1960. Bekannt wurde das Original vor allem durch den gleichnamigen Heimatfilm aus dem Jahr 1961. Remmler hat hier zwar weder Musik noch Text übernommen, aber die Ähnlichkeit zwischen Titel und Inhalt zum Original ist schon recht auffällig.
Dieses Lied stammt im Original von dem Wiener Horst Chmela und erschien 1971 unter dem Namen "Ana hot imma des Bummerl". Remmler hat hier das Wienerische Original ins Hochdeutsche übersetzt.
Letztlich handelt es sich bei dem Lied um eine Cover-Version des Liedes "Quero voltar pra Bahia" von Paulo Diniz aus dem Jahr 1970. Das Original berichtet eigentlich von der Sehnsucht nach Hause von Paulo Diniz, da dieser aus politischen Gründen in London im Exil leben muss. Aus diesem eigentlich politisch gemeinten Lied hat Remmler ein Liebeslied gemacht und dabei die englischen Refrains 1:1 übernommen.
Das ist natürlich die Melodie von "Es klappert die Mühle am rauschenden Bach", zu der Remmler einen neuen Text verfasste. Das Original ist eigentlich ein Volks- oder Kinderlied und stammt aus dem 19. Jahrhundert.
Annähernd zu allen Titel wurden in Brasilien Videos gedreht, die auf der Videokassette Lotto in Brasil hätten erscheinen sollen. Die Videokassette blieb allerdings unveröffentlicht.
Zum zweiten Album sollte es auch eine Tournee (Lotto-Tour, Stephan Remmler und die Sechs Richtigen) geben. Leider waren der Vorverkaufszahlen katastrophal, und die Tournee wurde größtenteils abgesagt.
Remmler rockt in Rio! Nach Plattenaufnahmen in Wien, London, Köln, Berlin und Rio de Janeiro wurden die Aufnahmen zur aktuellen LP "Lotto" im September dieses Jahres endlich fertiggestellt.
Nachdem seine erste Solo-LP über 200.000 mal verkauft wurde und Remmler sich als stärkster Teil vom Trio profilierte, hatte er über ein Jahr lang an seiner "Lotto"-LP gearbeitet. Bis zu einem Dutzend verschiedene Versionen wurden pro Lied aufgenommen, "um sich die Entscheidung so schwer wie möglich zu machen". Remmler, der Lieder-Erfinder, fungierte in dieser Kreativ-Phase als Ein-Mann-Fabrik: Als Autor, Sänger, Musiker und Produzent arbeitete er nahezu nonstop unter selbstverordneter Hochspannung. Zur Produktion versammelte er, wie gehabt, die Creme de la Creme der deutschen Rock-Musik um sich: Curt Cress, Ken Taylor, Klaus Voormann, Karl Allaut, Lydie Auvray, Christian Kolonovits, Reinhold Heil und aus Brasilien den Percussion-Profi Armando de Souza Marcel, Top-Leute an allen Instrumenten. Eine künstlerische Sorgfalt, die sogar die Wiener Sinfoniker zum Rocker Remmler ins Studio brachten. Es sollte einfach vom Feinsten sein, denn der Erfolg der LP "Stephan Remmler verpflichtete.
Gerockt wurde auch in London mit Status Quo. In Wien indessen wurden die wunderschönen Orchester-Parts aufgenommen, die an Filmmusiken von UFA bis Hollywood erinnern.
In Köln begleiteten ihn die "Sülzer Junge", eine chaotische Straßenband vom 'Bläckföös' Tommy Engels, zu einem äußerst schrägen Trinklied. Und last but not least dann Rio: für die pulsierenden lateinamerikanischen Einflüsse sorgte kein Geringerer als Percussionist Armando de Souza Marcal, bei Freunden des Jazz als Mitglied der 'Pat Metheny Group' bekannt. Heraus kam unverwechselbar: Stephan Remmler. Ohne falsches Pathos, immer auf den Punkt, liebevoll und trotzdem lässig, eben zwölf Richtige auf einem Album.